Error: Only up to 6 widgets are supported in this layout. If you need more add your own layout.

Begriffliches Denken

Foto Nachthimmel Berlin-Mitte Bernauer Straße

Willkommen in der Realität
der Buchstaben, Worte und Sätze

Der österreichisch-britische Philosoph Ludwig Wittgenstein hat es mit der Schlussfolgerung „Worüber ich nicht sprechen kann, darüber muss ich schweigen“ konsequent zu Ende gedacht. Mit seinem „Tractatus logico-philosophicus“ hat Wittgenstein den vielleicht wichtigsten Gründungsbeitrag zur Analytischen Sprachphilosophie gelegt und wird als einer der Meister des begrifflich-logischen Denkens geehrt.Das begriffliche Denken verwendet Begriffe und konstruiert Sätze („Satzzeichen“ | Wittgenstein) um die Wunder der Natur zu reflektieren, abstrakte Ideen zu formulieren oder Tatsachen (Realitäten!) zu beschreiben, bzw. zu erschaffen. Außerdem gibt uns das Ausdrucksmittel der Sprache die Fähigkeit zum Aufbau einer differenzierten gemeinsamen Wirklichkeit. Die gesprochene und geschriebene Sprache ist somit die Basis jeder komplexen Gesell- oder Partnerschaft.So sehr wir Begriffe/ Sätze als Kommunikationsmittel für die Gestaltung unseres Alltags benötigen und schätzen, sind sie auch die Basis vieler Missverständnisse („Unsinnige Sätze“, „Unaussprechliches“ | Wittgenstein) und setzen dem individuellen Ausdruck klare Grenzen. Jede Minute entstehen weltweit neue Begriffe und Fachsprachen, die zwar unsere individuellen Entfaltungsmöglichkeiten erweitern, aber gleichzeitig die Gefahr bergen, dass sich unsere Einzel-/ Gruppenrealitäten gegenseitig nicht mehr verstehen bzw. verständigen können. Zahlreiche Dystopien aus Literatur, Film, Malerei etc zeigen auch die dunklen Szenarien die für unsere Zukunft denkbar sind.Dass unser begriffliches Denken und Sprechen sogar einen noch prägenderen Einfluss auf unsere Realität hat, als wir intuitiv schon vermuten, beleuchten die Texte der Ausstellung. Dafür werden die Begriffswelten verschiedener Denkmodelle aus Philisophie, Psychologie und Physik angerissen.
„The artist need not know very much; best of all let him work instinctively and paint as naturally as he breathes or walks.“
Emil Nolde || 7.7.1867 – 13.4.1956